1246 Brunnen hat das Projekt «Wasser ist Leben» in Kamerun bis Ende 2009 gebaut. Tausende Frauen und Kinder, denen in Afrika die Arbeit des Wasserholens traditionell zugewiesen ist, sind damit von oft langen Märschen zu Wasserstellen entlastet. Damit die Brunnen langfristig funktionstüchtig bleiben, werden jedes Jahr gegen 200 Anlagen kontrolliert, repariert und revidiert. Die Finanzierung des Unterhalts gewinnt angesichts der stetig steigenden Brunnenzahl an Bedeutung.
Die Trinkwasserbrunnen liegen weit verstreut in einem Regenwaldgebiet, das so gross ist wie die ganze Deutschschweiz. Da Telefonverbindungen keine Selbstverständlichkeit sind, dauert es oft eine Woche oder länger, bis Schadenmeldungen bei der Projektleitung in Otélé eintreffen. Gemeldet werden diese von den dörflichen Wasserkomitees,die für die Sauberhaltung und den Unterhalt der Brunnen verantwortlich sind. Sie erhalten Unterstützung vom Projekt, sind aber zu einer gewissen Eigenleistung verpflichtet. Dies trägt dazu bei, dass die Dorfbevölkerung zu ihrem Brunnen Sorge trägt.
Abnützung führt zu Pannen
Obwohl die Brunnen solide gebaut sind und in der Regel lange Zeit problemlos funktionieren, verursachen Abnützung, falsche Bedienung, Vandalismus und Witterungseinflüsse Pannen. Verschleissteile wie Kolben und Gummidichtungen müssen ersetzt, defekte Gewinde, Pumpenklappen oder Pumpengestänge ausgetauscht werden. Manchmal setzen Tropenregen der Brunnenumgebung so stark zu, dass diese erneuert werden muss. Schliesslich kann es vorkommen, dass das Versiegen einer Wasserader die Neuerrichtung eines Brunnens notwendig macht.
Umfassende Revisionen
Die Reparatur- und Unterhaltsequipe des Projekts «Wasser ist Leben» führt die Reparaturen und sporadisch auch umfassendere Revisionen aus. Jede Brunnenrevision wird zum Anlass genommen, die Dorfbevölkerung von Neuem darüber aufzuklären, wie man mit dem Brunnen korrekt umgeht und wie man dessen Umgebung sauber hält.
Angesichts der wachsenden Brunnenzahl misst die Stiftung St. Martin dem Brunnenunterhalt seit einigen Jahren eine grössere Bedeutung zu. Neben der Pflege der über 1200 Anlagen gehört dazu auch der Unterhalt der 25 Kilometer langen Naturpiste von Otélé nach Ebeba, der für das Projekt wichtigsten Verbindungsstrasse zur Hauptstadt Yaoundé.
1993 wurde die Unterhaltsequipe gegründet, die sämtliche damals bestehenden 120 Brunnen kontrollierte. Nicht alle dieser Brunnen mussten repariert oder revidiert werden.
Herausforderung und Chance für die Zukunft
Damit das Projekt «Wasser ist Leben» auch künftig neue Brunnen erstellen und die bestehenden unterhalten kann, ist die Stiftung St. Martin weiterhin auf Spendengelder angewiesen. Jeder Betrag hilft, dass die Menschen in Kamerun über einen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser verfügen. Da die Administration und Verwaltung der Stiftung von der Alfred Müller AG in Baar übernommen wird. fliesst jeder Spendenfranken ungeschmälert in das Projekt.