Rund 15 000 Schweizer Franken kostet ein neuer Trinkwasserbrunnen. Je nach ihren Möglichkeiten übernehmen die Dörfer und Weiler davon einen Anteil von 10 Prozent, zum Teil in Form von Barbeiträgen, vor allem aber durch Naturalleistungen wie Mithilfe bei den Grabarbeiten, Unterkunft und Verpflegung der spezialisierten Arbeitsequipen. Mindestens 90 Prozent der anfallenden Kosten für einen Trinkwasserbrunnen müssen durch Fremdmittel gedeckt werden.
1. Aufklärung der Bevölkerung
Bevor ein neuer Brunnen gebaut wird, gilt es die Bewohner in den oft weit auseinanderliegenden Dörfern zu informieren und zu animieren. Wo ein Brunnen entstehen soll, werden die Menschen über die Folgen schlechten Wassers und mangelnder Hygiene aufgeklärt, sie werden sensibilisiert für das wertvolle Gut sauberes Wasser. Die Animatoren bereiten die Dorfbewohner darauf vor, selbst die Verantwortung für ihren Brunnen zu übernehmen.

Ein Mitarbeiter des Animations-Teams erklärt den Dorfbewohnern, warum sauberes Wasser wichtig für die Gesundheit ist.
2. Suche nach dem richtigen Bunnenstandort
Der eigentliche Bau des Brunnens beginnt mit der Suche nach dem geeigneten Ort. Er soll möglichst zentral im Dorf auf öffentlichem Grund liegen, gut zugänglich sein und über einer ausreichend grossen Wasserader liegen. Mit Pendel und Wünschelrute wird die Wasserader gesucht.

Mit der Wünschelrute wird eine geeignete Wasserader gesucht.
3. Aushub des Brunnenschachtes
Ist die Brunnenstelle bestimmt, beginnt der Aushub des Schachts. Bis 30 und mehr Meter tief wird von Hand bis auf die Wasserader hinabgegraben. Muss der Schacht mit einem Durchmesser (1,4 Meter) sehr tief sein, ist für den Graber die Zufuhr von Frischluft mittels Kompressor nötig. In einem Sicherheitsgurt lässt er sich in die Tiefe abseilen. Ist das Wasservorkommen erreicht, wird für den Aushub des Reservoirs noch rund 6 Meter tiefer gegraben.
Nicht immer sind die Grabungen erfolgreich.Ungefähr bei jedem zehnten Brunnen müssen die Graber mehrere Schächte ausheben, bis sie auf eine ergiebige Wasserader stossen.

Zum Teil stossen die Arbeiter erst in grosser Tiefe auf eine ergiebige Wasserader.
4. Eigenes Werk und eigene Lastwagen
Für die Auskleidung des Schachts stellen einheimische Mitarbeiter in einer eigenen zentralen Fabrik Bodenplatten, Rohrelemente und Brunnenabdeckungen her. Eigene Lastwagen mit Ladekran liefern die Elemente an.

Ein Mitarbeiter befeuchtet die fertigen Rohrelemente im projekteigenen Werk. PEP steht für «Projet Eau Potable» (Trinkwasserprojekt).

Für die zum Teil langen und beschwerlichen Transportwege verfügt das Trinkwasserprojekt über eigene Lastwagen.
5. Montage des Brunnens
Eine eigens vom Projekt ausgebildete Montageequipe senkt die gelochte Bodenplatte und die 400 Kilo schweren und 0,5 Meter hohen Rohrelemente in den Schacht hinab. Je nach Schachttiefe sind 30 bis 60 dieser Elemente notwendig. Auf den ausgekleideten Schacht wird die Abdeckung aufgesetzt, die Ansaugrohre eingefügt und zuletzt die Handpumpe montiert.

Arbeiter der Montage-Equipe senken ein Rohrelement in den Brunnenschacht.
6. Robuste Handpumpen aus Holland
Die robusten Handpumpen müssen importiert werden. Am besten haben sich die holländischen Pumpen vom Typ SWN80 der Firma Van Reekum Materials b.v. bewährt. Zu je 100 Stück werden sie in Containern von Rotterdam auf dem Seeweg nach Douala gebracht und auf dem Landweg nach Otélé transportiert.

Die Handpumpen aus Holland bewähren sich seit vielen Jahren.
7. Der Dorfbrunnen als Lebensmittelpunkt
Rund um den Brunnen wird ein grosszügiger Platz mit Wasserablauf zementiert. So werden die Verschmutzung des Bodens und Pfützen vermieden und der Brunnen erhält seine sichtbare Bedeutung als Lebensmittelpunkt für das Dorf.

Die Dorfbewohner freuen sich über ihren neuen Trinkwasserbrunnen.